
Kurz gesagt
Das Alexa Tablet 12 Pro mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher ist ein schnelles Tablet mit einem sehr guten matten Display, und nach dem Debloaten läuft darauf ein fast pures Android 16. Die Schwächen sind das langsame Laden, Fingerabdrücke auf dem matten Glas und ein Bootloader, der sich nicht entsperren lässt, womit Custom ROMs ausscheiden.
Inhalt (9 Abschnitte)
Fazit in Kürze
Das Alexa Tablet 12 Pro ist ein gutes Tablet mit einem herausragenden Merkmal: dem matten Display. Die Leistung ist ein deutlicher Sprung gegenüber meinem Galaxy Tab S7 FE, und ohne die Amazon-Apps ist die Software nah an purem Android. Wer eine Custom ROM will, ist hier falsch: Der Bootloader lässt sich nicht entsperren.
| Pro | Contra |
|---|---|
| Mattes Display ohne Spiegelungen | Fingerabdrücke haften und lassen sich schwer entfernen |
| Schnell genug für Call of Duty auf maximalen Einstellungen | Lädt mit höchstens 27 W |
| 8 GB RAM, Apps bleiben im Speicher | Bootloader gesperrt, keine Custom ROMs |
| Laute, klare Lautsprecher | Viel Amazon-Bloatware ab Werk |
| Schneller, zuverlässiger Fingerabdrucksensor | Kein Desktop-Modus, Termux und Linux-Terminal scheitern |
Preis und technische Daten
Ich habe 559,99 € für die Version mit 8 GB und 128 GB bei Amazon.de bezahlt. Mit Amazons Trade-In wird es günstiger: Für mein altes Fire HD 8 (2020) erstattet Amazon 20 Prozent des Preises (112 €) plus einen Gutschein im geschätzten Wert von 5 €, sobald das alte Gerät angekommen ist. Damit sinkt der effektive Preis auf rund 443 €. Der Alexa Tablet Pro-Eingabestift kostete zusätzlich 84,99 €.
Laut Amazons Entwickler-Datenblatt:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Display | 11,95 Zoll, 2800 × 1840 Pixel, IPS |
| SoC | MediaTek MT8793N, 8 Kerne (Arm Cortex-A725, bis 3,25 GHz) |
| GPU | Arm Mali-G720 |
| RAM / Speicher | 8 GB mit 128 GB UFS 3.1 oder 16 GB mit 256 GB UFS 4.0 |
| Kameras | 13 MP hinten (Autofokus), 8 MP vorn |
| Funk | Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.3 |
| Software | Android 16 (API 36) |
Display: mattes Glas, das sich anders anfühlt
Das matte Display ist das Beste an diesem Tablet. Das Bild wirkt, als läge es direkt auf dem Glas. Dadurch fühlt sich Touch direkter an, und der Finger gleitet mit weniger Reibung als auf einem spiegelnden Display. Helle Deckenleuchten blenden überhaupt nicht.
Unter der Beschichtung steckt ein ordentliches IPS-Panel. Schärfe, Farben und Kontrast liegen ungefähr auf dem Niveau des Galaxy Tab S7 FE. Eine Displayschutzfolie kommt mir nicht drauf, weil sie den matten Effekt zunichtemachen würde.

Warum Fingerabdrücke am matten Display haften
Die Kehrseite des matten Glases sind Fingerabdrücke: Sie sammeln sich schnell und lassen sich schwerer entfernen als auf einem spiegelnden Display. Der Grund ist die Oberfläche selbst. Mattes Glas ist mikroskopisch rau, und diese Struktur streut das Licht in alle Richtungen. Genau deshalb blendet es nicht.
- Kapillarwirkung: Hautfett benetzt Glas sehr gut. Auf einer rauen Oberfläche ziehen Kapillarkräfte es in die winzigen Vertiefungen. Ein Tuch berührt vor allem die Spitzen, das Fett in den Tälern bleibt liegen.
- Optik: Fett bricht Licht fast genauso wie Glas (Brechungsindex etwa 1,45 gegenüber 1,5). Eine mit Fett gefüllte Stelle streut kein Licht mehr und wird zu einem glatten, glänzenden Fleck auf der sonst matten Fläche. Deshalb fallen Abdrücke so deutlich auf.
Dieselbe Struktur erklärt auch die geringe Reibung: Der Finger liegt hauptsächlich auf den Spitzen auf, nicht auf der ganzen Fläche.
Leistung: das größte Upgrade
Der schnellere Prozessor und die 8 GB RAM machen den größten Unterschied zum Tab S7 FE. Call of Duty läuft problemlos auf maximalen Einstellungen. Im Alltag ist alles flüssig, nur selten gibt es einen kleinen Ruckler.
Am deutlichsten merkst du den Arbeitsspeicher. App-Wechsel gehen zügig, und Apps aus dem Hintergrund sind sofort wieder da, statt neu zu laden. Beim S7 FE hat Android wegen der knappen 4 GB Hintergrund-Apps deutlich häufiger geschlossen.
Software: Alexa Tablet UI nach dem Debloaten
Ab Werk ist das Tablet voller Amazon-Apps. Per ADB habe ich 53 Pakete entfernt und 7 weitere deaktiviert, darunter Alexa, Kindle, Prime Video und den Silk-Browser. Das Tablet läuft danach problemlos. Den kompletten Ablauf beschreibt die Anleitung Alexa Tablet 12 Pro debloaten.

Eine Eigenheit bleibt: Auch mit einem anderen Launcher taucht das Dock des Amazon-Launchers auf. Den Alexa-Button darin kannst du entfernen, siehe Alexa-Symbol in der Taskleiste ausblenden.
Abgesehen von den Amazon-Apps und den Einstellungen zum Kindle-Modus ist Android 16 hier sehr nah an purem AOSP (Android Open Source Project). Je nach Einsatzzweck ist das ein Vor- oder ein Nachteil. Samsungs One UI bietet deutlich mehr, etwa eine Geste für Screenshots, Doppeltippen zum Aufwecken und den Desktop-Modus DeX. Das Alexa-Tablet hat keinen Desktop-Modus, nur einfaches Bildschirmspiegeln.
Die Schwächen
- Gesperrter Bootloader: In den Entwickleroptionen fehlt der Schalter für die OEM-Entsperrung. Der Bootloader lässt sich nicht entsperren, Custom ROMs sind damit raus.
- Kein lokales Linux: Termux und das Android-eigene Linux-Terminal starten beide nicht. Die Details stehen in Linux auf dem Alexa Tablet 12 Pro.
- Langsames Laden: Das Tablet lädt mit höchstens 27 W. Das Tab S7 FE schafft 45 W.
- Fingerabdrücke: siehe den Abschnitt zum Display oben.
Lautsprecher, Kameras und Zubehör
Die Lautsprecher sind laut und klar, der Fingerabdrucksensor ist schnell und zuverlässig. Die Kameras sind okay. Eine Hülle habe ich noch nicht, ich überlege aber, mir das Tastatur-Cover zu holen. Die Lieferung des Stifts hat sich verzögert, er soll jetzt am 28. Oktober 2026 kommen. Meine Eindrücke ergänze ich hier, sobald er da ist.
Fazit
Das Alexa Tablet 12 Pro lohnt sich, wenn du ein schnelles Tablet mit spiegelfreiem Display willst und zehn Minuten mit ADB nicht scheust. Nach dem Debloaten fühlt es sich wie ein aufgeräumtes Android-Tablet an. Wer Custom ROMs oder Samsungs Zusatzfunktionen will, sollte es auslassen: Der Bootloader bleibt gesperrt, und Alexa Tablet UI bietet über pures Android hinaus kaum Extras.
Häufige Fragen
Lässt sich der Bootloader des Alexa Tablet 12 Pro entsperren?
Nein, Stand Build SL16SHIP2003.1344N. In den Entwickleroptionen fehlt der Schalter für die OEM-Entsperrung. Der Bootloader bleibt gesperrt, Custom ROMs lassen sich nicht installieren.
Kann ich die Amazon-Apps vom Alexa Tablet 12 Pro entfernen?
Ja, per ADB und ohne Root. Ich habe 53 Pakete entfernt und 7 weitere deaktiviert, darunter Alexa, Kindle, Prime Video und den Silk-Browser. Das Tablet läuft danach problemlos. Das Amazon-Dock taucht mit einem anderen Launcher trotzdem auf.
Warum sieht man Fingerabdrücke auf dem matten Display so deutlich?
Das matte Glas hat eine mikroskopisch raue Oberfläche. Hautfett wird in die winzigen Vertiefungen gezogen, wo ein Tuch es kaum erreicht. Weil Fett das Licht fast genauso bricht wie Glas, streut eine fettige Stelle kein Licht mehr und wirkt wie ein glänzender Fleck auf der matten Fläche.


